Wer beim Bohren saubere, schnelle und langlebige Ergebnisse erzielen will, sollte die entscheidenden Winkel an einem Bohrer kennen. Besonders bei der Nachbearbeitung oder dem Nachschärfen entscheidet der richtige Winkel über Effizienz, Sicherheit und Standzeit.
Spitzenwinkel – der richtige Einstieg
🔺 118° – Der klassische Standardwinkel für HSS-Bohrer (Schnellarbeitsstahl). Ideal geeignet für weiche Materialien wie Holz, Kunststoff oder Aluminium. Diese Geometrie ermöglicht einen schnellen Schnitt und gute Zentrierung.
🔺 135° – Flacherer Spitzenwinkel, speziell entwickelt für das Bohren in harten Metallen wie Edelstahl. Der Vorteil: Der Bohrer „wandert“ weniger auf der Oberfläche, sondern setzt sauber und zielgenau an.
⚠️ Wird ein ungeeigneter Spitzenwinkel verwendet, kann es zu Vibrationen, ungleichmäßigem Verschleiß oder ungenügender Schnittleistung kommen.
Freiwinkel – weniger Reibung, mehr Kontrolle
🔙 Der Freiwinkel (hinter der Schneide) liegt im Idealfall zwischen 8° und 15°. Er sorgt dafür, dass die Schneide das Material effizient abträgt, ohne dass sich zu viel Reibung und Hitze entwickelt.
- Zu geringer Winkel → Bohrer wird heiß und stumpf.
- Zu großer Winkel → Die Schneide wird instabil und kann abbrechen.
Drallwinkel – für effiziente Spanabfuhr
🌀 Der Drallwinkel beschreibt die Steigung der Spiralnut:
| Drallwinkel | Anwendung |
|---|---|
| 27° | Geeignet für harte Metalle |
| 40° | Ideal für Holz und Aluminium |
Ein zu niedriger Drallwinkel behindert die Spanabfuhr, während ein zu hoher Winkel bei Metallen zum Verklemmen führen kann.
Schnittwinkel – Einfluss auf Schnelligkeit und Kontrolle
🔧 Der Schnitt- oder Angriffswinkel bestimmt, wie aggressiv der Bohrer das Material durchdringt. Bei Standardbohrern ist er leicht positiv, was einen guten Kompromiss zwischen Schnittleistung und Standzeit bietet.
Beim Schleifen oder Nachschärfen muss dieser Winkel ebenfalls berücksichtigt werden, um ein gleichmäßiges Bohrverhalten zu erhalten.
Warum du diese Winkel kennen solltest
Beim manuellen Nachschärfen mit dem Schleifstein oder der Bohrerschleifmaschine ist es unerlässlich, den ursprünglichen Spitzenwinkel von 118° oder 135° exakt beizubehalten. Schon kleinste Abweichungen führen dazu, dass der Bohrer nicht mehr richtig schneidet, sich schneller abnutzt oder sogar bricht.