Gurken im Juli richtig düngen: So bleiben die Blätter grün und die Ernte fällt bis zum Herbst reichlich aus

Der Juli ist für Gurken eine entscheidende Zeit. Jetzt benötigen die Pflanzen andere Nährstoffe als zu Beginn der Saison. Mit der passenden Düngung bleiben die Blätter gesund, neue Früchte wachsen kontinuierlich nach und die Ernte hält oft bis zu den ersten kühlen Herbsttagen an.

1. Erste Düngung – organische Nährstoffe für kräftiges Wachstum

Sobald die ersten Gurken geerntet werden können, steigt der Stickstoffbedarf der Pflanzen.

Ein bewährter natürlicher Dünger ist ein vergorener Kräuteraufguss.

Dafür wird ein Fass etwa zu einem Drittel mit frischen Brennnesseln, Giersch und Löwenzahn gefüllt. Anschließend kommt etwa ein Liter Holzasche hinzu. Danach wird alles mit Wasser aufgefüllt und etwa eine Woche lang abgedeckt vergoren.

Vor dem Gießen wird der Aufguss im Verhältnis 1 : 10 mit Wasser verdünnt.

Pro Pflanze reicht ungefähr 1 Liter der Lösung. Wichtig ist, nur auf bereits feuchten Boden zu gießen.

Nach dieser Düngung wachsen die Pflanzen sichtbar kräftiger, bilden dunkelgrüne Blätter und setzen deutlich mehr Blüten an.

2. Ab Mitte Juli stehen Kalium und Phosphor im Mittelpunkt

Mit fortschreitender Saison wird Stickstoff deutlich reduziert.

Zu viel Stickstoff sorgt zwar für üppiges Blattwachstum, verringert jedoch häufig die Fruchtbildung.

Jetzt benötigen Gurken vor allem Kalium und Phosphor.

Ein einfacher Kaliumdünger ist ein Ascheauszug.

Dazu werden:

  • 1 Glas gesiebte Holzasche
  • 1 Liter kochendes Wasser

vermischt und 24 Stunden ziehen gelassen. Anschließend wird der Auszug gefiltert und mit einem Eimer Wasser verdünnt.

Die Lösung wird direkt an den Wurzelbereich gegossen.

Kalium unterstützt die Bildung fester, saftiger und aromatischer Gurken.

Hefedünger als Wachstumsbooster

Einmal während der Saison verwende ich zusätzlich einen Hefeaufguss.

Dafür benötigt man:

  • 100 g frische Hefe
  • 100 g Zucker
  • 10 Liter lauwarmes Wasser

Nach einigen Stunden Gärzeit wird der Ansatz nochmals im Verhältnis 1 : 5 verdünnt.

Die Hefen wirken weniger als Dünger, sondern regen vor allem die Bodenmikroorganismen an. Dadurch können die Wurzeln vorhandene Nährstoffe deutlich besser aufnehmen.

Da Hefe dem Boden Kalium entzieht, sollte einige Tage später zusätzlich etwas Holzasche ausgebracht werden.

3. Blattdüngung bei Hitzestress

Heiße Tage und kühle Nächte setzen Gurken häufig unter Stress.

In solchen Phasen nehmen die Wurzeln Nährstoffe schlechter auf. Blattdüngungen können dann besonders hilfreich sein.

Vergilben die Blattränder und werden die Gurken am Stiel schmaler, deutet dies oft auf Kaliummangel hin.

Hier eignet sich Kaliumhumat, das nach Herstellerangaben verdünnt und am Abend auf die Blätter gesprüht wird.

Werden dagegen kleine Fruchtansätze gelb und fallen ab, steckt häufig ein Bormangel dahinter.

In diesem Fall kann eine sehr schwache Lösung aus Borsäure verwendet werden. Das Pulver wird zunächst in heißem Wasser vollständig gelöst und anschließend auf 10 Liter Wasser aufgefüllt. Anschließend werden die Blätter fein besprüht.

Oft entwickeln sich die jungen Früchte danach wieder deutlich besser.

Was die Form der Gurken verrät

Auch die Früchte selbst zeigen häufig an, welche Nährstoffe fehlen.

  • Werden Gurken zur Spitze hin immer schmaler, fehlt häufig Stickstoff.
  • Sind sie am Blütenende dick und am Stiel schmal wie eine Birne, benötigen die Pflanzen mehr Kalium.
  • Stark gekrümmte Gurken entstehen oft durch unregelmäßiges Gießen oder durch einen Überschuss an Stickstoff.

Ein einfacher Trick für eine längere Ernte

Nach jeder größeren Gurkenernte gönne ich den Pflanzen am nächsten Tag eine leichte Düngung – entweder mit Kräuterjauche oder einem Ascheauszug.

So regenerieren sich die Pflanzen schneller und bilden innerhalb kurzer Zeit neue Blüten und Fruchtansätze.

Mit dieser Pflege bleiben Gurken bis weit in den Herbst vital und liefern über viele Wochen hinweg eine reiche Ernte voller knackiger, aromatischer Früchte.

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