Der Juli ist die wichtigste Zeit für Gurken. Jetzt wachsen die Triebe besonders schnell, das Laub wird dicht und unter den Blättern entwickeln sich laufend neue Früchte. Gleichzeitig verbrauchen die Pflanzen in dieser Phase enorme Mengen an Nährstoffen.
Regelmäßiges Gießen allein reicht deshalb nicht mehr aus. Mit der richtigen Düngung bleiben die Pflanzen kräftig und tragen oft bis in den Herbst hinein zuverlässig Früchte.
1. Kräuterjauche – natürliche Energie für kräftiges Wachstum
Eine der beliebtesten natürlichen Düngungen im Hochsommer ist eine Kräuterjauche.
Geeignet sind zum Beispiel:
- Brennnesseln ohne Samen
- Löwenzahn
- frischer Rasenschnitt
- verschiedene Gartenkräuter und Wildpflanzen
Die Pflanzenmasse wird in ein großes Gefäß gegeben, mit Wasser übergossen und drei bis vier Tage an einem warmen Platz vergoren.
Vor dem Gießen wird die Jauche im Verhältnis 1 : 10 mit Wasser verdünnt.
Sie versorgt Gurken mit natürlichem Stickstoff, fördert kräftige Triebe und sorgt für sattgrüne, gesunde Blätter.
2. Holzasche liefert wichtiges Kalium
Während der Fruchtbildung steigt der Kaliumbedarf deutlich an.
Kalium unterstützt:
- einen aromatischen Geschmack,
- feste und saftige Früchte,
- eine gleichmäßige Form,
- sowie die Bildung bitterfreier Gurken.
Für einen Ascheauszug werden 1 Glas gesiebte Holzasche mit 10 Litern heißem Wasser vermischt.
Nach etwa 24 Stunden Ziehzeit wird die Lösung direkt an die Wurzeln gegossen.
Diese natürliche Düngung verbessert sowohl die Qualität als auch den Geschmack der Ernte.
3. Blattdüngung mit Bor für mehr Fruchtansätze
Wer möglichst viele neue Gurken ernten möchte, kann die Pflanzen zusätzlich mit Bor versorgen.
Dazu werden 5 Gramm Borsäure zunächst in wenig heißem Wasser vollständig gelöst und anschließend auf 10 Liter Wasser aufgefüllt.
Die Blätter und Blüten werden am frühen Morgen oder am Abend fein besprüht.
Bor unterstützt die Blütenentwicklung und kann dazu beitragen, dass mehr Fruchtansätze erhalten bleiben und sich besser entwickeln.
4. Hefelösung stärkt das Bodenleben
Etwa alle zwei Wochen kann zusätzlich eine Hefelösung verwendet werden.
Dafür werden benötigt:
- 100 g frische Hefe
- 1 Esslöffel Zucker
- 10 Liter lauwarmes Wasser
Nach kurzer Gärzeit wird die Mischung zum Gießen verwendet.
Hefe dient weniger als klassischer Dünger, sondern fördert vor allem die Aktivität der Bodenmikroorganismen. Dadurch können die Wurzeln Nährstoffe effizienter aufnehmen und die Pflanzen bilden schneller neue Früchte.
Das wichtigste Prinzip bei der Düngung im Juli
Eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist entscheidend.
Zu viel Stickstoff führt dazu, dass Gurken zwar kräftige Blätter und lange Triebe bilden, gleichzeitig aber weniger Früchte ansetzen.
Deshalb sollte in der zweiten Saisonhälfte Kalium im Mittelpunkt stehen, während stickstoffreiche Düngungen nur noch sparsam eingesetzt werden.
Fazit
Wer Gurken im Juli regelmäßig mit den passenden Nährstoffen versorgt, wird mit einer langen und ertragreichen Ernte belohnt.
Kräuterjauche unterstützt das Wachstum, Holzasche liefert wertvolles Kalium, Bor fördert neue Fruchtansätze und Hefe verbessert die Bodenaktivität.
Vergessen Sie außerdem nicht, Gurken möglichst nur mit warmem Wasser zu gießen – idealerweise am Morgen. So bleiben die Pflanzen gesund und liefern bis zum Saisonende zahlreiche knackige, saftige und aromatische Gurken.