Viele Hobbygärtner erschrecken, wenn sie an ihren Gurkenpflanzen zahlreiche Blüten sehen, aus denen sich keine Früchte entwickeln. Bevor man jedoch nach einer Lösung sucht, sollte man verstehen, was sogenannte „männliche Blüten“ überhaupt sind.
Tatsächlich erfüllen sie eine wichtige Aufgabe. Sie bilden zwar selbst keine Gurken, liefern jedoch den Pollen, der die weiblichen Blüten bestäubt. Erst dadurch können sich Früchte entwickeln.
So erkennen Sie männliche und weibliche Blüten
Auf den ersten Blick sehen beide Blüten fast identisch aus. Mit etwas Übung lassen sie sich jedoch leicht unterscheiden.
Der Blütenstiel
Die männliche Blüte sitzt an einem langen, dünnen Stiel.
Die weibliche Blüte besitzt dagegen einen kürzeren und kräftigeren Stiel.
Der Fruchtansatz
Das wichtigste Erkennungsmerkmal befindet sich direkt unter der Blüte.
Bei der weiblichen Blüte ist dort bereits eine kleine Mini-Gurke zu sehen. Nach erfolgreicher Bestäubung wächst daraus später die Frucht.
Bei der männlichen Blüte fehlt dieser kleine Fruchtansatz vollständig.
Das Ziel besteht also nicht darin, alle männlichen Blüten loszuwerden, sondern optimale Bedingungen zu schaffen, damit möglichst viele weibliche Blüten erhalten bleiben und Früchte ansetzen.
1. Die richtige Sorte wählen
Für den Anbau im Freiland eignen sich robuste, an das regionale Klima angepasste Sorten oder Hybriden besonders gut. Sowohl bienenbestäubte als auch parthenokarpe Gurken liefern bei passenden Bedingungen zuverlässige Erträge.
Im Gewächshaus sind dagegen parthenokarpe Hybriden meist die bessere Wahl. Sie benötigen keine Bestäubung durch Insekten und bilden auch in geschlossenen Gewächshäusern zuverlässig Früchte. Werden dort bienenbestäubte Sorten angebaut, entstehen häufig viele männliche Blüten, während nur wenige Früchte angesetzt werden.
2. Für ausreichend Licht und Wärme sorgen
Gurken lieben Sonne.
Pflanzen Sie sie möglichst an einen hellen Standort, der den größten Teil des Tages von der Sonne beschienen wird. Besonders geeignet sind südliche oder südöstliche Lagen.
Stehen Gurken zu schattig, wachsen sie oft lang und schwach und bilden deutlich weniger weibliche Blüten.
Ebenso wichtig ist der Schutz vor kühlen Nächten.
Vor allem bis zum Sommerbeginn können niedrige Nachttemperaturen die Pflanzen stressen. Als Folge entwickeln sich häufig weniger Fruchtansätze.
Ein leichtes Gartenvlies über Nacht hilft dabei, die Wärme zu speichern. Tagsüber sollte es wieder entfernt werden, damit sich die Pflanzen nicht überhitzen.
3. Bor unterstützt die Fruchtbildung
Während der Blüte benötigen Gurken besonders viel Bor.
Dieses Spurenelement trägt dazu bei, dass der Pollen vital bleibt und sich möglichst viele Fruchtansätze entwickeln. Fehlt Bor, können Blüten frühzeitig abfallen oder nur wenige Gurken bilden.
Viele Gärtner setzen deshalb während der Blütezeit auf eine Blattdüngung mit einem borhaltigen Dünger.
Für die Sprühlösung werden 3 Teelöffel Dünger auf 1 Liter Wasser verwendet. Zunächst empfiehlt es sich, das Mittel in einer kleinen Menge Wasser vollständig aufzulösen und anschließend mit Wasser auf die gewünschte Menge aufzufüllen.
Die Pflanzen werden gleichmäßig über die Blätter besprüht. Je nach Produkt kann die Anwendung zwei- bis dreimal im Abstand von etwa einer Woche erfolgen. Beachten Sie dabei stets die Dosierungsangaben des jeweiligen Herstellers.
Auch nach der Blüte regelmäßig düngen
Sobald die ersten Gurken wachsen, steigt der Nährstoffbedarf der Pflanzen deutlich an.
Eine ausgewogene Nachdüngung mit einem speziellen Gurkendünger etwa alle zwei Wochen hilft, die Pflanzen kräftig zu halten und die Ernte bis zum Saisonende zu verlängern.
Die genaue Dosierung richtet sich immer nach den Angaben auf der Verpackung des verwendeten Düngers.
Fazit
Wer die passende Sorte auswählt, seinen Gurken viel Sonne und Wärme bietet, sie vor kalten Nächten schützt und während der Blüte auf eine ausreichende Borversorgung achtet, schafft ideale Voraussetzungen für eine reiche Ernte.
Mit einer regelmäßigen Nährstoffversorgung bleiben die Pflanzen lange vital und belohnen den Gärtner bis weit in den Sommer hinein mit zahlreichen knackigen, saftigen Gurken.