Keller und unterirdische Lagerräume gelten seit jeher als die beste Möglichkeit zur Aufbewahrung von Vorräten, eingelegtem Gemüse und selbstgemachten Konserven.
Damit die gelagerten Produkte jedoch lange haltbar bleiben, muss das richtige Mikroklima gewährleistet sein – mit einer konstant kühlen Temperatur und optimaler Luftfeuchtigkeit. Leider gelingt das nicht immer, insbesondere wenn der Keller ohne Berücksichtigung der notwendigen Bautechniken errichtet wurde.
Ein häufiges Problem vieler Kellerbesitzer ist die Bildung von Kondenswasser an Decken und Wänden. Doch die Lösung dieses Problems ist einfacher, als es scheint!
Ein erfahrener Nachbar teilte mir eine bewährte Methode mit, die sich als äußerst effektiv erwiesen hat.
Warum entsteht Kondenswasser im Keller?
Die Ursache der Kondenswasserbildung ist einfach: Die Feuchtigkeit in der Luft kondensiert auf kälteren Oberflächen, wenn die Deckentemperatur niedriger ist als die Lufttemperatur im Keller.
Diese Feuchtigkeit verdunstet aus gelagertem Obst, Gemüse und Konserven und setzt sich als Wassertropfen auf kalten Flächen ab.
Ein häufiger Baufehler ist die fehlende Dämmung der Kellerdecke. Ohne ausreichende Isolierung wird Kondenswasser immer wieder auftreten. An sich ist Kondenswasser nicht schädlich, doch bei anhaltender Feuchtigkeit bildet sich zwangsläufig Schimmel.
Dieser verursacht nicht nur einen unangenehmen Geruch, sondern kann auch Lebensmittel, Samen, Kleidung und sogar die Bausubstanz beschädigen.

Weitere Ursachen für zu hohe Luftfeuchtigkeit:
- Unzureichende Belüftung
- Fehlende Abdichtung von Wänden und Decke
- Undichtigkeiten in der Konstruktion oder Probleme mit der Drainage
- Hoher Grundwasserspiegel
Sind bereits Wassertropfen an der Decke sichtbar, ist es höchste Zeit zu handeln, bevor Schimmel entsteht.
So misst du die Luftfeuchtigkeit im Keller
Falls kein Hygrometer vorhanden ist, gibt es einige einfache Methoden, um die Feuchtigkeit zu prüfen:
- Holzsplitter-Test: Lege trockene Holzstücke für 24 Stunden in den Keller. Wenn sie sich danach biegen lassen, ohne zu brechen, ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch.
- Glasflasche-Methode: Eine Glasflasche mit kaltem Wasser in den Keller stellen. Falls sich nach einigen Stunden Wassertropfen bilden, ist die Feuchtigkeit hoch.
- Kerzenflammen-Test: Eine brennende Kerze zeigt Feuchtigkeitsveränderungen an. In einem trockenen Raum flackert die Flamme leicht und wird rötlich, in feuchter Umgebung bleibt sie ruhig und leuchtet gelb.
Effektive Methode zur Beseitigung von Kondenswasser
Diese traditionelle Technik funktioniert auch ohne elektrische Luftentfeuchter, setzt jedoch eine gewisse Luftzirkulation voraus.

Anleitung:
- Den Keller ausräumen.
- Ein altes Metallgefäß nehmen und kleine Löcher (0,5 mm) hineinbohren oder mit einer Axt schlitzen.
- Das Gefäß mit Holzkohle füllen.
- Eine starke Schnur an den Griff binden.
- Die Kohle anzünden und warten, bis sie glüht.
- Das Gefäß in den Keller hinablassen, aber nicht auf den Boden stellen – es sollte etwa 50 cm über dem Boden hängen.
- Die Kellertür schließen und die Kohle gelegentlich anfachen.
Wichtige Hinweise:
- ⛔️ Nicht in den Keller gehen, während die Kohle brennt! Die entstehenden Gase sind gefährlich.
- 🔥 Der Prozess dauert 3 bis 5 Stunden. Heiße Luft und Rauch trocknen Wände und Decke und töten Schimmelsporen.
- 🔒 Nach der Behandlung bleibt der Keller für 48 Stunden verschlossen.
Nach dieser Behandlung ist der Keller trocken und sauber.
Moderne Lösung: Elektrische Luftentfeuchter
Falls dir die Holzkohlemethode zu riskant erscheint, kannst du moderne Luftentfeuchter verwenden. Vorher sollte der Keller jedoch vorbereitet werden:
- An einem trockenen Tag alle Gegenstände aus dem Keller entfernen.
- Wände mit einer Seifenlösung reinigen.
- Falls Schimmel vorhanden ist, betroffene Stellen mit einer 10%-igen Kupfersulfatlösung behandeln.
- Oberflächen trocknen lassen.
- Den Luftentfeuchter für 2–3 Tage einschalten.
Falls Kondenswasser immer wieder auftritt, sollte der Luftentfeuchter dauerhaft genutzt werden.
So verhinderst du künftige Feuchtigkeitsprobleme
Damit sich keine Feuchtigkeit ansammelt, sollten folgende Maßnahmen getroffen werden:
- ✅ Lüftung verbessern – Ein- und Auslässe für eine gute Luftzirkulation installieren.
- ✅ Gute Abdichtung von Wänden und Decke.
- ✅ Regelmäßige Inspektionen auf Risse und deren Abdichtung durchführen.
- ✅ Dämmung der Kellerdecke verbessern.
- ✅ Falls der Keller in einer feuchten Umgebung liegt, einen Wasserableitungssystem einrichten oder den Standort optimieren.
Mit diesen Maßnahmen kannst du Kondenswasser dauerhaft vermeiden und ideale Lagerbedingungen für deine Vorräte schaffen.
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