Warum haben manche Stecker Einkerbungen? Die verblüffende Erklärung
Sicherlich haben Sie schon einmal die Einkerbungen an bestimmten Steckern von Elektrogeräten bemerkt. Es handelt sich dabei nicht um Stecker mit Schutzkontakt (Schuko), sondern um jene mit nur zwei Kontaktstiften.
Häufige Missverständnisse über die Einkerbungen
Viele denken, dass diese Aussparungen zur Verbindung mit geerdeten Steckdosen dienen. Man könnte vermuten, dass der Schutzkontaktstift der Steckdose durch die Einkerbung geführt werden soll.
Doch wenn man genauer hinsieht, stellt man fest, dass die Aussparungen deutlich tiefer und abgerundet sind – was dieser Theorie widerspricht.
Eine weitere Vermutung besagt, dass diese Einkerbungen dazu dienen, das Kabel besser zu fixieren, indem man es um den Stecker wickelt.
Dies scheint praktisch, ist jedoch nicht der eigentliche Zweck.
Technischer Hintergrund: Der europäische Standard
In der Elektrotechnik sind Steckersysteme streng standardisiert.
Die Stecker mit Einkerbungen entsprechen dem europäischen Typ C, der keinen Schutzkontakt besitzt. Ihre leicht verdickten Kontaktstifte ermöglichen jedoch die Kompatibilität mit Typ E– und Typ F-Steckdosen. In Typ E-Steckdosen, wie sie beispielsweise in Frankreich verbreitet sind, erfolgt die Erdung über einen zentralen Metallstift, der in eine entsprechende Öffnung im Stecker passt.
Warum sind diese Stecker so verbreitet?
Stecker mit diesen Aussparungen finden sich häufig bei Haushaltsgeräten, auch auf dem russischen Markt. Der Grund: In einigen europäischen Ländern, insbesondere in Frankreich, sind Typ E-Steckdosen mit zentralem Erdungsstift weit verbreitet.
Damit die Geräte problemlos angeschlossen werden können, benötigen die Stecker die entsprechenden Aussparungen.
Diese Bauweise sorgt zudem für die richtige Polarität beim Anschließen von Geräten, die auf eine bestimmte Steckrichtung angewiesen sind. Da der Typ E-Stecker nur in einer Richtung eingesteckt werden kann, wird eine falsche Verdrahtung verhindert. In Russland sind diese Steckdosen seltener, doch internationale Hersteller setzen auf universelle Stecker, um die Kompatibilität mit verschiedenen Standards zu gewährleisten.
Steckerstandards in Europa
Jedes Land hat eigene Elektrostandards. Deshalb müssen Reisende oft Adapter für ihre Ladegeräte mitnehmen, um ihre Geräte in fremden Ländern nutzen zu können. Die häufigsten Steckdosen- und Steckertypen in Europa sind:
- Typ C: Standard-Zweipolstecker ohne Schutzkontakt
- Typ E: Erdung über einen zentralen Metallstift
- Typ F: Schuko-Stecker mit seitlichen Schutzkontakten
Fazit
Um den internationalen Markt abzudecken, stellen Hersteller Stecker her, die mit allen drei Steckdosentypen kompatibel sind. Genau deshalb besitzen viele Stecker diese charakteristischen Einkerbungen: Damit der Erdungsstift der Typ E-Steckdose problemlos in die dafür vorgesehene Öffnung passt und das Gerät sicher angeschlossen werden kann.
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