Die Gurkenpflanzen stehen voller Blüten, überall bilden sich kleine Früchte und die erste große Ernte scheint nur noch wenige Tage entfernt zu sein. Doch plötzlich werden einige Fruchtansätze gelb, andere wachsen nicht weiter und manche fallen sogar vollständig ab.
Viele machen dafür Hitze, Regen oder die Sorte verantwortlich. In Wirklichkeit entscheidet die Pflanze in den ersten Tagen nach der Blüte, ob sie genügend Kraft besitzt, alle jungen Früchte zu versorgen. Reichen die Nährstoffe nicht aus, trennt sie sich von einem Teil der Fruchtansätze.
Deshalb sind Juni und Juli die entscheidenden Monate für eine erfolgreiche Gurkenernte.
Der häufigste Fehler im Gurkenbeet
Gurken wachsen schnell und reagieren dankbar auf gute Pflege. Gleichzeitig gehören sie zu den Kulturen mit einem sehr hohen Nährstoffbedarf.
Solange ausreichend Nährstoffe vorhanden sind, bilden sie immer neue Blüten und Fruchtansätze. Fehlt jedoch etwas, spart die Pflanze Energie.
Zuerst werden schwache Fruchtansätze abgestoßen, einige Blüten bleiben unbefruchtet und junge Gurken hören auf zu wachsen.
Aus diesem Grund setze ich nicht auf zufällige Düngungen, sondern auf einen festen Düngeplan. So entwickeln sich häufig mehrere kräftige Früchte gleichzeitig an einem einzigen Knoten.
Erste Düngung während der Blüte
Mit Beginn der Hauptblüte erhalten die Pflanzen ihre wichtigste Unterstützung.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Dünger auszubringen, sondern der Pflanze zu zeigen, dass genügend Nährstoffe vorhanden sind, um alle Fruchtansätze zu versorgen.
Für 10 Liter Wasser verwende ich:
- 1 Liter Molke,
- 1 Esslöffel Zucker,
- 5 g Borsäure (vorher separat in heißem Wasser aufgelöst),
- 5 Tropfen Jod.
Bei stark wechselnder Witterung gebe ich gelegentlich noch etwas Bernsteinsäure hinzu.
Mit dieser Lösung gieße ich die Pflanzen an den Wurzeln und besprühe am Abend zusätzlich die Blätter.
Schon nach wenigen Tagen entwickeln sich deutlich mehr Blüten, die Fruchtansätze bleiben kräftig und neue Knospen erscheinen schneller.
Eine Woche später braucht die Pflanze etwas anderes
Jetzt machen viele Hobbygärtner einen Fehler und greifen erneut zu stickstoffreichen Düngern oder Kräuterjauchen.
Das Ergebnis: Die Pflanzen bilden zwar viele Blätter, aber deutlich weniger Gurken.
Etwa eine Woche nach der ersten Düngung stelle ich deshalb auf Kalium um.
Für einen Eimer Wasser mische ich:
- 1 Glas Holzasche-Auszug,
- 1 Teelöffel Kaliumsulfat,
- ½ Teelöffel Magnesiumsulfat.
Diese Kombination unterstützt vor allem die Entwicklung der Früchte. Gurken wachsen gleichmäßig, bleiben fest und neue Fruchtansätze entwickeln sich deutlich besser.
Ein Trick, den nur wenige anwenden
Neben der Wurzel- und Blattdüngung unterstütze ich auch gezielt die jungen Fruchtansätze.
Etwa alle fünf bis sechs Tage bereite ich eine milde Sprühlösung vor:
- 1 g Borsäure,
- 1 Teelöffel Zucker,
- 2 Tropfen Jod,
- 1 Liter Wasser.
Ich besprühe dabei nicht die gesamte Pflanze, sondern gezielt die Bereiche, an denen sich neue Gurken bilden.
Oft entwickeln sich anschließend drei, vier oder sogar bis zu sieben Fruchtansätze an einem einzigen Knoten gleichzeitig weiter.
Ohne gesunden Boden hilft kein Dünger
Nicht nur die Düngung entscheidet über den Ertrag.
Auch der Boden spielt eine wichtige Rolle.
Ist er dauerhaft zu nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel. Trocknet er vollständig aus, gelangen die Nährstoffe nicht mehr ausreichend zu den Früchten.
Deshalb halte ich mich an eine einfache Regel:
- heute gießen,
- am nächsten Tag den Boden leicht lockern.
So bleibt der Boden locker, gleichmäßig feucht und gut belüftet.
Warum diese Methode so zuverlässig funktioniert
Der Erfolg beruht auf dem richtigen Zeitpunkt.
Zuerst werden die jungen Fruchtansätze gestärkt.
Danach erhält die Pflanze genau die Nährstoffe, die sie für das Wachstum der Gurken benötigt.
Anschließend wird jede neue Blüte regelmäßig unterstützt, ohne die Pflanzen mit übermäßigem Dünger zu belasten.
Das Ergebnis sind kräftige Gurkenpflanzen, die laufend neue Früchte bilden. Während bereits geerntet wird, wachsen die nächsten Gurken nach und die Blüte setzt sich fort.
So bleiben die Fruchtansätze gesund, fallen deutlich seltener ab und die Ernte hält oft bis weit in den Herbst an.
Welche Düngemethode hat sich bei euren Gurken im Juni und Juli am besten bewährt? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare!