Der Arbeitstag endete früh und Galina freute sich über diese unerwartete Schichtverkürzung.
Sie fühlte sich besonders müde und wusste, dass sie in letzter Zeit viel gearbeitet hatte.
Als Galina sich dem Haus näherte, bemerkte sie das Auto ihres Mannes neben dem Auto ihrer Freundin.
Trotz ihrer Sorgen beschloss sie, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und erinnerte sich daran, dass sie viel Zeit bei der Arbeit verbrachte und ihrem Mann viel Freizeit schenkte.

Als sie das Haus betrat, überkam sie im Wohnzimmer ein Gefühl der Stille und ungewöhnlichen Leere.
Sie hörte seltsame Geräusche aus dem Nebenzimmer und näherte sich langsam der Schlafzimmertür.
Dort erlebte sie eine Szene, die ihr Unbehagen bereitete. Ihr Mann Vadim stand hinter ihrer Freundin Karina und half ihr, ihr leuchtend rotes Kleid zuzuknöpfen.
Es wurde sofort klar, was los war. Es gab keine Möglichkeit, dass jemand anders ihrer Freundin so nahe und intim sein konnte.
Vadim und Karina bemerkten Galina und zeigten Angst in ihren Augen.
Galina war von gemischten Gefühlen überwältigt. Sie empfand Groll, Wut, Schmerz und große Traurigkeit. Ihr stabiles und glückliches Leben wurde innerhalb weniger Minuten zerstört.

Sie versuchte zu verstehen, warum das passierte und wie lange dieser hinterlistige Betrug andauerte.
Vadim begann zu sprechen, wobei er aktiv mit den Händen gestikulierte und versuchte, die Situation zu erklären:
– Galina, du hast alles falsch verstanden…
„Natürlich“, unterbrach ihn Galina.
Galina nahm all ihre Kraft zusammen, um ihre Gelassenheit und Würde zu bewahren. Viele Fragen schwirrten ihr durch den Kopf, aber das Wichtigste war nun, zu entscheiden, wie sie weiterleben wollte.
Sie verstand, dass sie eine Wahl treffen musste. Fragen quälten sie: Wie lange dauerte dieser Verrat? Was wird mit ihrer Familie passieren?
Galina traf eine Entscheidung. Ihr wurde klar, dass sie nicht in diesem Haus sein konnte. Sie nahm ihre Tasche und ging nach draußen.
Der Mann folgte ihr und setzte sich neben sie auf die Bank. Er sah Galina mit Wut in den Augen an.
„Gal, du hast wirklich alles falsch verstanden“, sagte er.
Die Frau sah ihn zweifelnd und skeptisch an.
-Können Sie die ganze Situation erklären? – sagte sie.
„Ich verstehe, wie alles aussieht, aber ich kann es erklären“, antwortete Vadim.
Er gab Galina sein Handy, wo sie den Dialog zwischen Vadim und ihrer Mutter beobachtete. Vadim fragte sie nach Galinas Größe und erzählte ihr von der Überraschung, die er für sie vorbereitet hatte. Es gab sogar ein Foto des Kleides, das er ausgewählt hatte.
Galina spürte eine Mischung aus Erleichterung und Scham. Sie erkannte, dass sie schnell zu solchen Schlussfolgerungen gelangte und beschuldigte Vadim ohne ausreichende Beweise.
„Verzeih mir, Vadim“, sagte sie, kam sich dumm vor und bereute ihr Verhalten.
Vadim lächelte und umarmte Galina fest.
„Ich habe dir vergeben, Galina, und ich bin froh, dass wir das geklärt haben.“ Es tut mir wirklich leid, dass du solche Angst hattest und das Schlimmste dachtest, aber ich wollte unbedingt eine Überraschung für dich vorbereiten, um meine Fürsorge und Liebe zu zeigen.
Galina spürte eine Mischung aus Erleichterung, Freude und Scham. Ihr wurde klar, dass sie aufpassen musste, nicht ohne ausreichende Beweise voreilige Schlussfolgerungen zu ziehen.
— Vadim, vergib mir meine Reaktion. Ich hatte Angst und dachte sofort an das Schlimmste. Aber ich schätze Ihre Fürsorge und Liebe und bin sehr froh, dass Sie diese Überraschung für mich gemacht haben“, sagte sie und umarmte ihn.
Sie setzten sich auf eine Bank und begannen offen zu reden. Galina drückte ihre Ängste und Gefühle im Zusammenhang mit der jüngsten Zeit aus, in der sie viel arbeitete und oft nicht zu Hause war. Vadim erklärte, dass seine Bekanntschaft mit Karina ausschließlich mit der Wahl eines Kleides für Galina zusammenhing und dass er nie an seinen Gefühlen für sie gezweifelt habe.