Das Rätsel der Chruschtschowka: Warum gab es ein Fenster zwischen Küche und Badezimmer?

Unsere Großmutter, die schon über sieben Jahrzehnte auf dieser Welt lebt, war überrascht, als ich ihr die wahre Ursache für dieses ungewöhnliche Bauelement erklärte.

Neue Lösungen für alte Fenster

Heutige Bewohner von Wohnungen, die in den 1960er- und 1970er-Jahren in der Sowjetunion massenhaft gebaut wurden, entscheiden sich oft, das Fenster zwischen Küche und Badezimmer zu entfernen.

In der modernen Welt wirkt dieses Fenster wie ein Relikt vergangener Zeiten.

Dennoch gibt es kreative Ansätze, es weiterhin sinnvoll zu nutzen:

  • Lüftung: Ein modernes Klappfenster sorgt für bessere Belüftung und hilft, Feuchtigkeit zu reduzieren und Wäsche schneller zu trocknen.
  • Nischen: Das Fenster wird als Regal für Haushaltsgegenstände genutzt.
  • Dekoration: Der Einbau von Buntglas verleiht dem Raum einen besonderen Charme.

Warum wir uns gegen das Fenster entschieden haben

Wir führen derzeit eine umfassende Renovierung in einer Einzimmerwohnung im Chruschtschowka-Stil durch.

Das Fenster zwischen Küche und Badezimmer wird dabei zugemauert. Warum?

  1. Ästhetik: Solche Fenster sind für viele ein Symbol alter, veralteter Wohnungen.
  2. Platzmangel: Die Küchen in Chruschtschowkas sind winzig. Oft wird der Platz des Fensters für einen Kühlschrank oder zusätzliche Regale genutzt, was praktischer ist.

In unserer aktuellen Wohnung haben wir das Fenster entfernt, die Öffnung zugemauert und mit Paneelen verkleidet.

In der renovierten Wohnung werden wir ähnlich vorgehen.

Warum wurden solche Fenster ursprünglich eingebaut?

Die Bauvorschriften der damaligen Zeit werfen Licht auf dieses Phänomen. Laut Architekt Ruslan Kirnitschanski hatte das Fenster eine klare Funktion: Es sollte für zusätzliche Beleuchtung sorgen.

Während der 1950er- und 1960er-Jahre stand der Kampf gegen Tuberkulose im Vordergrund.

Sonnenlicht galt als natürliches Desinfektionsmittel, das das Wachstum der Tuberkulosebakterien sowie von Schimmel und anderen Mikroorganismen hemmt.

Ein Auszug aus den Bauvorschriften (SNiP) von 1958, Punkt 10, Paragraph 3, bestätigt dies:
„Wohnzimmer, Küchen und nichtkanalisierte Toiletten müssen direkte natürliche Beleuchtung haben.“

Die Idee war, dass das Licht aus der Küche durch das Fenster ins Badezimmer fällt, um die Luft dort zu desinfizieren.

Was halten Sie davon?

Haben Sie in Ihrer Wohnung ein solches Fenster? Wenn ja, wie nutzen Sie es? Würden Sie es während einer Renovierung entfernen? Teilen Sie Ihre Meinung und Erfahrungen in den Kommentaren!

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