
Wenn die Batterie eines Autos leer ist, besteht eine der gängigsten Lösungen darin, Starthilfekabel zu verwenden und das defekte Fahrzeug an ein anderes mit geladener Batterie anzuschließen.
Dabei besteht jedoch ein gefährlicher Irrtum: Den Motor des Hilfsfahrzeugs beim Starten des Fahrzeugs laufen zu lassen.
Dieses Vorgehen kann zu schweren Schäden an der elektrischen Anlage und dem Generator des Fahrzeugs führen, der für die Stromversorgung sorgt.
In diesem Artikel erkläre ich, warum Batterien häufig versagen, warum es gefährlich ist, einem Auto bei laufendem Motor Starthilfe von einem anderen Auto aus zu geben und wie man Schritt für Schritt einen sicheren Starthilfevorgang durchführt.
Warum ist das Abstellen des Motors des Hilfsfahrzeugs so wichtig?
- Wenn der Motor des Zusatzfahrzeugs läuft, erzeugt die Lichtmaschine einen konstanten elektrischen Strom.
- Beim Anschließen der Kabel und Starten des entladenen Fahrzeugs kann der Stromfluss zu stark sein und die Lichtmaschine, die Batterie und das Bordnetz des Zusatzfahrzeugs beschädigen.
- Das Abschalten des Motors verhindert Überlastungen und schützt elektrische Komponenten.
Gründe, warum eine Batterie normalerweise ausfällt
Autobatterien sind dafür ausgelegt, Lade- und Entladezyklen standzuhalten, können jedoch mit der Zeit aufgrund verschiedener Faktoren nachlassen.
Die häufigsten Gründe für eine entladene oder beschädigte Batterie sind:
1. Natürlicher Verschleiß
- Die durchschnittliche Lebensdauer einer Autobatterie beträgt 3 bis 5 Jahre . Nach dieser Zeit nimmt die Ladungserhaltungskapazität deutlich ab.
2. Extreme Temperaturen
- Extreme Kälte kann die Fähigkeit der Batterie verringern, den zum Starten des Motors erforderlichen Strom zu erzeugen.
- Übermäßige Hitze beschleunigt außerdem die Elektrolytverdampfung und die Verschlechterung der inneren Platten der Batterie.
3. Stromverbrauch im Ruhezustand
- Wenn Sie Lichter, ein Radio oder andere Geräte bei ausgeschaltetem Motor angeschlossen lassen, kann die Batterie schnell entladen werden.
- Sogar Systeme wie Alarmanlagen oder Näherungssensoren können die Batterieladung mit der Zeit langsam entladen.
4. Probleme mit der Lichtmaschine
- Die Lichtmaschine ist für das Aufladen der Batterie bei laufendem Motor zuständig.
- Wenn die Lichtmaschine defekt ist, wird die Batterie nicht richtig geladen und entlädt sich schnell.
5. Sulfatierung und Korrosion
- Sulfatierung (Bildung von Bleisulfatkristallen) verhindert, dass die Batterie Energie speichert und abgibt.
- Korrodierte Anschlüsse behindern außerdem den Stromfluss und führen zu Startfehlern.
Wesentliche Schritte für eine erfolgreiche Verkabelung
Wenn Sie einem liegengebliebenen Fahrzeug mit Starthilfekabeln Starthilfe geben müssen, befolgen Sie diese Schritte, um einen sicheren Vorgang zu gewährleisten und Schäden am elektrischen System zu vermeiden:
1. Schalten Sie den Motor des Hilfsfahrzeugs aus
- Stellen Sie vor dem Anschließen der Kabel sicher, dass das Starthilfefahrzeug ausgeschaltet ist .
- Wenn der Motor während des Anschlusses läuft, kann es zu einer Überlastung oder Spannungsspitze am Generator kommen, wodurch die elektrischen Komponenten beider Fahrzeuge beschädigt werden.
2. Schließen Sie die Kabel in der richtigen Reihenfolge an
- Verbinden Sie das rote (positive) Kabel mit dem Pluspol (+) der entladenen Batterie.
- Verbinden Sie das andere Ende des roten Kabels mit dem Pluspol (+) der geladenen Batterie.
- Verbinden Sie das schwarze (negative) Kabel mit dem negativen (-) Anschluss der geladenen Batterie.
- Schließen Sie das andere Ende des schwarzen Kabels an ein unlackiertes Metallteil des Motors oder Fahrgestells des liegengebliebenen Fahrzeugs an (NIEMALS an den Minuspol der leeren Batterie, um Funkenbildung zu vermeiden).
3. Starten Sie das unbeladene Fahrzeug
- Sobald die Kabel angeschlossen sind, starten Sie das entladene Fahrzeug.
- Wenn das Fahrzeug nach einigen Sekunden nicht anspringt, warten Sie eine Minute und versuchen Sie es erneut.
- Lassen Sie den Anlasser nicht länger als 5 Sekunden am Stück laufen, um eine Beschädigung des Anlassers zu vermeiden.
4. Trennen Sie die Kabel in umgekehrter Reihenfolge
- Trennen Sie zuerst das schwarze Kabel vom Fahrgestell oder Massepunkt des unbeladenen Fahrzeugs.
- Trennen Sie das andere Ende des schwarzen Kabels von der geladenen Batterie.
- Trennen Sie das rote Kabel vom Pluspol der geladenen Batterie.
- Trennen Sie abschließend das rote Kabel von der leeren Batterie.
5. Lassen Sie den Motor laufen
- Lassen Sie das neu gestartete Fahrzeug 10 bis 15 Minuten laufen, damit die Lichtmaschine die Batterie aufladen kann.
- Bleibt das Fahrzeug schnell wieder stehen, liegt das Problem möglicherweise nicht nur an der Batterie, sondern an einem Fehler in der Lichtmaschine oder im elektrischen System.
Tipps und Empfehlungen
- Wenn die Batterie vollständig entladen ist oder Anzeichen einer Beschädigung aufweist (wie etwa Schwellungen oder übermäßige Korrosion), ist es besser, sie auszutauschen, als zu versuchen, sie wieder aufzuladen.
- Verwenden Sie Starthilfekabel guter Qualität mit ausreichender Kapazität, um den erforderlichen Strom zu bewältigen.
- Wenn Sie Ihrem Auto häufig Starthilfe geben müssen, liegt das Problem möglicherweise an der Lichtmaschine oder an einem Stromleck.
- Vermeiden Sie das Starten von Fahrzeugen mit empfindlichen elektronischen Systemen (wie Hybrid- oder Elektroautos) mit Starthilfekabeln, da dies die internen Schaltkreise beschädigen könnte.
- Wenn nach dem Starten des Fahrzeugs die Armaturenbrettbeleuchtung flackert oder der Motor unrund läuft, bringen Sie das Fahrzeug zur Überprüfung der elektrischen Anlage in eine Werkstatt.