Der Anbau eigener aromatischer Pflanzen zu Hause ist eine lohnende Erfahrung, insbesondere wenn wir nach natürlichen und kostengünstigen Möglichkeiten zur Vermehrung suchen. In diesem Artikel lernen Sie eine effektive Technik kennen, um Rosmarin- und Lavendelzweige mit Stecklingen und der richtigen Erde zu bewurzeln, ohne Ihr Budget zu sprengen. Wir geben Ihnen außerdem wichtige Tipps, damit Sie gleich beim ersten Versuch Erfolg haben.
Welcher Zweigtyp eignet sich am besten zur Vermehrung?
Nicht alle Zweige eignen sich für Stecklinge. Wichtig ist, einen halbverholzten Zweig zu wählen: weder zu jung noch zu alt. Sehr junge Zweige betreiben noch aktiv Photosynthese und haben noch nicht die nötige Festigkeit entwickelt, während stark verholzte Zweige länger brauchen, um Wurzeln zu bilden.
Tipp: Wählen Sie etwa 15 cm lange, saubere Zweige ohne Blüten oder Früchte und am besten mit bereits ausgebildeten Seitenästen.
Wie bereitet man den Steckling richtig vor?
- Schneiden: Verwenden Sie zum Schneiden des Astes eine scharfe Schere.
- Reinigung: Entfernen Sie die Blätter vom unteren Ende des Stiels.
- Blattschnitt: Schneiden Sie die restlichen Blätter in zwei Hälften, um die Verdunstung zu reduzieren.
- Natürliche Hormone: Sie können eine Mischung aus getrockneter Aloe Vera und Zimt als natürliches Wurzelmittel verwenden. Zimt wirkt auch antimykotisch.
Im Wasser oder an Land?
Beide Optionen sind gültig, obwohl die Aussaat direkt in den Boden eine bessere Anpassung an die neue Umgebung ermöglicht.
- Im Wasser: Wenn Sie sich für diese Technik entscheiden, achten Sie darauf, dass der Steckling nicht vollständig unter Wasser steht. Die Wurzeln wachsen normalerweise nicht aus dem Steckling heraus, sondern einige Millimeter darüber.
- Boden: Verwenden Sie eine schwarze Erde mit geringem organischen Anteil, gut durchlässig und leicht alkalisch. Vermeiden Sie Böden mit übermäßigem Holzabfall oder verrottendem Material.
Empfehlung: Verwenden Sie keine industrielle Komposterde. Obwohl sie fruchtbar erscheint, speichert sie oft überschüssige Feuchtigkeit, die für diese Pflanzen schädlich ist.
Wie hält man die Luftfeuchtigkeit aufrecht?
In den ersten Tagen ist es wichtig, eine feuchte Umgebung aufrechtzuerhalten, um die Wurzelbildung zu fördern.
Du kannst den Steckling mit einer Tüte oder einer aufgeschnittenen Plastikflasche abdecken, um einen Treibhauseffekt zu erzeugen.
Vermeide direkte Sonneneinstrahlung während der Wurzelbildung.
Bewässerung: Wann und wie viel?
Gießen Sie sparsam. Zu viel Wasser kann die Wurzeln verfaulen lassen. Berühren Sie die Erde: Solange sie noch feucht ist, gießen Sie nicht.
Hausgemachter Trick: Im Winter alle 15 bis 20 Tage gießen, im Sommer je nach Witterung einmal wöchentlich oder alle 10 Tage.
Wie viel Licht brauchen diese Pflanzen?
Rosmarin und Lavendel benötigen täglich sechs bis acht Stunden direktes Sonnenlicht. Das fördert nicht nur ihr Wachstum, sondern verbessert auch ihr Aroma und die Produktion ätherischer Öle.
Extra-Tipp: Äste trennen
Während des Pflanzenwachstums empfiehlt es sich, die Zweige auszubreiten, um eine bessere Belüftung zu gewährleisten und Krankheiten wie Mehltau vorzubeugen. Mit S-förmig gebogenen Drähten lassen sich die Zweige leicht auseinander halten.
Praktische Zusammenfassung
- Verwenden Sie 15 cm lange halbholzige Stecklinge
- Die unteren Blätter entfernen und den Rest halbieren.
- Tragen Sie ein natürliches Wurzelmittel wie Aloe mit Zimt auf
- Pflanzen Sie in schwarzen Boden, der arm an organischen Stoffen ist
- Mit einer Flasche abdecken, um die Feuchtigkeit aufrechtzuerhalten
- Gießen Sie sparsam und nur, wenn die Erde trocken ist.
- Sorgen Sie für mindestens 6 Stunden Sonneneinstrahlung pro Tag
- Trennen Sie Äste mit Draht, wenn sie zu dicht beieinander stehen.
Mit diesen Schritten sind Ihre Rosmarin- und Lavendelpflanzen bereit, stark und gesund zu wachsen.