Warum jede sowjetische Wohnung einen Teppich an der Wand hatte: 10 überzeugende Gründe

Zu Sowjetzeiten war in fast jeder Wohnung ein an die Wand genagelter Teppich zu sehen. Diese ungewöhnliche Verwendung des Teppichs wurde nicht nur durch den Wunsch erklärt, den Innenraum zu dekorieren, sondern auch durch seine funktionalen Eigenschaften.

Einige der Gründe, die die Sowjetbürger dazu veranlassten, Teppiche an ihre Wände zu hängen, habe ich erst kürzlich erfahren, nachdem ich mit meinen Eltern darüber gesprochen hatte.

Warum landeten die Teppiche an der Wand und nicht auf dem Boden?

1. Ein Versuch, den Raum wärmer zu machen. Der Teppich ließ die Kälte von der Wand nicht ins Haus, was besonders für diejenigen wichtig war, die in Eckwohnungen wohnten. Neben Teppichen auf dem Boden wurde die Wärme auch dadurch gespeichert, dass sie an der Wand in der Nähe der Betten aufgehängt wurden.

2. Zusätzlicher Lärmschutz. Die dünnen Wände mehrstöckiger Gebäude ließen keine Privatsphäre in der eigenen Wohnung zu, und abends konnte man oft hören, worüber die Nachbarn sprachen oder was im Fernsehen lief. Ein Teppich an der Wand half, Nebengeräusche einzudämmen.
Auch
moderne Häuser haben Probleme mit der Schalldämmung, aber diese mit einem Teppich an der Wand zu lösen, gilt heute als schlechtes Zeichen.

3. Gespräche ohne Echo. Wenn der Raum nur wenige Möbel hat, ist es nicht ungewöhnlich, dass selbst bei leisen Gesprächen ein Echo auftritt. Der Teppich absorbiert Geräusche und ermöglicht so eine normale Unterhaltung.

4. Ruhiger Schlaf. Vor einigen Jahrzehnten war es üblich, Betten an die Wand zu stellen. Ein Teppich neben dem Bett schützte den Schläfer vor dem Aufwachen durch den Kontakt mit der kalten Wand. Der Teppich schützte auch die Tapete vor dem Abnutzen durch den ständigen Kontakt mit dem menschlichen Körper während des Schlafs.

5. Ein Zeichen für finanzielles Wohlergehen. Importierte Teppiche, die nicht für jeden verfügbar waren, spielten diese Rolle. Ein solcher Teppich wurde an die Wand gehängt, damit die Gäste erkennen konnten, dass sie zu einer wohlhabenden Familie gehörten. Weitere Zeichen des Reichtums waren Kristall, eine importierte Wand und ein Farbfernseher.

6. Investition. Naturteppiche waren nicht billig und man musste dafür mehrere Durchschnittsgehälter bezahlen. Solche Teppiche wurden zu großen Feiertagen verschenkt, frisch vermählten Paaren überreicht und sogar vererbt.

7. Kinderunterhaltung vor dem Schlafengehen. In Zeiten fehlender Gadgets ermöglichte ein Teppich über dem Bett den Kindern, sich die Zeit vor dem Schlafengehen zu vertreiben. Helle Bilder oder einfach abstrakte Motive konnten betrachtet und gezählt werden, während man allmählich in den Schlaf eintauchte.

8. Veredelungsmaterial. Sogar Tapeten mussten zu Sowjetzeiten entfernt werden, und ihre Qualität und Farbe ließen oft zu wünschen übrig. In diesem Fall diente der Teppich als Innendekoration und zog die Hauptaufmerksamkeit auf sich.

9. Reparaturfehler. Teppiche wurden verwendet, um Wandfehler, Schmutz oder Löcher in der Tapete zu verdecken.

10. Kindersicherheit. Bei aktiven Spielen schützte der Teppich die Kinder vor blauen Flecken. Auch Katzen liebten die Teppiche an den Wänden und nutzten sie als Kratzbäume.

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