Ich starte mein Auto auch bei Frost. Ein nützliches Feature am Gaspedal, das selbst erfahrene Fahrer vielleicht nicht kennen.

Eine oft unbekannte, aber äußerst hilfreiche Funktion moderner Einspritzmotoren lässt sich ganz einfach über das Gaspedal aktivieren. Sie kann entscheidend dabei helfen, den Motor zu starten, wenn etwas schiefgelaufen ist – besonders bei Kälte. Diese Funktion nennt sich Zylinderentlüftung durch Luft und ist selbst vielen erfahrenen Autofahrern nicht bekannt.

In diesem Beitrag erfährst du verständlich und praxisnah, wie diese Funktion arbeitet, wann sie sinnvoll ist und wie du sie korrekt anwendest – vor allem beim Kaltstart im Winter. Auch wer diese Technik bereits kennt, wird neue Einsatzmöglichkeiten entdecken.


Was passiert bei der Zylinderentlüftung
Bei Fahrzeugen mit Einspritzmotor ist diese Funktion fest im Motorsteuergerät programmiert. Der Fahrer kann sie direkt beim Startvorgang aktivieren. Dazu wird das Gaspedal vollständig durchgedrückt und anschließend der Motor mit dem Anlasser gedreht.

Das Steuergerät erkennt über den Drosselklappensensor, dass das Gaspedal nahezu vollständig betätigt ist. Die Drosselklappe öffnet sich dabei zu etwa 99 %. In diesem Moment aktiviert das System die Kraftstoffabschaltung: Die Einspritzdüsen fördern keinen oder nur minimalen Kraftstoff.

Der Motor saugt nun maximale Luft an, ohne Benzin einzuspritzen. Dadurch werden die Zylinder durchlüftet, überschüssiger Kraftstoff wird ausgeblasen und die Zündkerzen können antrocknen – ideal nach misslungenen Startversuchen.


Warum diese Funktion beim Kaltstart hilft
Nach mehreren erfolglosen Startversuchen kann das Kraftstoff-Luft-Gemisch zu fett werden. In diesem Fall können die Zündkerzen „absaufen“, was den Start weiter erschwert. Besonders bei Fahrzeugen mit hoher Laufleistung kommt es häufiger zu Ungenauigkeiten bei der Kraftstoffdosierung – etwa durch verschlissene Einspritzdüsen, Sensorabweichungen oder Kontaktprobleme.

Durch das vollständige Durchdrücken des Gaspedals lässt sich diese Ungenauigkeit ausgleichen. Der Fahrer kann aktiv beeinflussen, wie viel Luft dem Motor zugeführt wird, bis das Mischungsverhältnis wieder startfähig ist.

Richtige Anwendung beim Starten:
– Gaspedal vollständig durchtreten
– Anlasser betätigen
– Pedal etwa eine Sekunde gedrückt halten, sobald der Motor auf Startdrehzahl kommt
– Gaspedal langsam lösen, bis der Motor zündet

In einem bestimmten Pedalbereich stimmt das Verhältnis von Luft und Kraftstoff wieder – der Motor springt an.


Was tun, wenn der Motor kurz anspringt und wieder ausgeht
Springt der Motor kurz an und geht sofort wieder aus, sollte man vor dem nächsten Versuch etwa 10–15 Sekunden warten. In dieser Zeit kann überschüssiger Kraftstoff in den Zylindern verdunsten. Danach gelingt der Start meist problemlos.

Wenn zwar Zündversuche vorhanden sind, der Motor aber nicht anspringt, sollte das Gaspedal länger vollständig gedrückt bleiben. Ziel ist es, die Zündkerzen möglichst trocken zu bekommen und überschüssigen Kraftstoff aus den Zylindern zu entfernen.

In manchen Fällen gelingt das nicht vollständig. Dann kann der Motor nach dem Start kurz unrund laufen, bis der restliche Kraftstoff verdampft ist. In sehr schweren Fällen müssen die Zündkerzen ausgebaut und vorsichtig getrocknet werden – Überhitzen ist dabei unbedingt zu vermeiden.


Weitere Einsatzmöglichkeiten dieser Funktion
Die Kraftstoffabschaltung ist nicht nur beim Starten nützlich. Sie kann auch verwendet werden:
– beim Prüfen des Zündfunkens, um ein Überfluten der Zündkerzen zu verhindern
– beim Messen der Kompression, damit Kraftstoff nicht den Ölfilm von den Zylinderwänden wäscht und das Messergebnis verfälscht

Im Winter spielt außerdem der Zustand der Batterie eine entscheidende Rolle. Bei starkem Frost empfiehlt es sich, den Akku über Nacht in einen warmen Raum zu bringen, um Startprobleme zu vermeiden.

Auch bei älteren Fahrzeugen mit hoher Laufleistung hat sich diese Methode vielfach bewährt. Entscheidend ist, dass die Batterie voll geladen und technisch in Ordnung ist.

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